Profit-Pool-Analyse - Mit Fallbeispiel

Profit-Pool-Analyse

Branchen haben oft eine sehr lange Wertschöpfungskette, bspw. von der Gewinnung der Rohmaterialien bis zur Wartung und Entsorgung der verschiedenen Endprodukte. Ein Unternehmen muss sich die Frage stellen, in welchen Bereich der Wertschöpfungskette es aktiv sein will. Ein Werkzeug hierfür ist die Analyse der Profit Pools.

 

 

Die Profit-Pool-Analyse dient der Identifikation der profitablen Stufen einer vollständigen Wertschöpfungskette. Hierzu wird die Wertschöpfungskette als Ganzes und ihre einzelnen Stufen abgegrenzt. Daraufhin wird ermittelt, wie sich der in der gesamten Kette erzielte Gewinn auf die einzelnen Stufen verteilt.

Identifikation von profitablen Stufen

Die Profit-Pool-Analyse dient der Identifikation profitabler Stufen der Wertschöpfungskette, unterstützt also die Ausweitung des Blicks über das eigene bestehende Leistungsangebot hinaus. Auf Basis der Analyse kann überprüft werden, ob das Unternehmen weitere profitable Stufen der Wertschöpfungskette erschließen kann und ggf. auch, ob ein Rückzug aus unprofitablen Stufen sinnvoll ist. Ferner kann die Profit-Pool-Perspektive verwendet werden, um über die Entwicklung der Stufen nachzudenken, d.h. über die Frage, welchen Einfluss Umwelteinflüsse und Handlungen der Wettbewerber auf die Verteilung der Gewinne in der Wertschöpfungskette haben. Neben der Betrachtung der Wertschöpfungsstufen als Ganzes ist auch eine Betrachtung der einzelnen Segmente einer Stufe (Produkte, Kunden, Regionen, Kanäle) möglich.

Als Basis der Analyse ist die gesamte Wertschöpfungskette eines Produkts darzustellen, von der Entstehung über Vertrieb, Nutzung, Wiederverkauf bis hin zur Entsorgung. Auch Produkte und Leistungen, die mit der Nutzung in engem Zusammenhang stehen, sind einzubeziehen, beispielsweise Ersatzteile oder Dienstleistungen Dritter.

Nun werden die auf jeder der Wertschöpfungsstufen generierten Gewinne dargestellt. (Beim Verfahren der Revenue-Stream-Analyse werden analog die jeweiligen Umsätze dargestellt). Da selten gute Daten für sämtliche Stufen getrennt verfügbar sind, empfiehlt sich ein Vorgehen in drei Schritten. Man beginnt mit einer groben Abschätzung der gesamten Gewinne in der Wertschöpfungsstufe, nach Möglichkeit aus verschiedenen Perspektiven (z.B. Unternehmens- und Produktebene). Dann werden die Gewinne auf den einzelnen Stufen ermittelt bzw. geschätzt. Zuletzt sollte man die erste Gesamtschätzung mit der Summe der im zweiten Schritt vorgenommenen Teilschätzungen vergleichen und durch Auflösen von Unstimmigkeiten einen Abgleich erzielen.

Die Profit-Pool-Analyse schafft ein besseres Verständnis der gesamten Wertschöpfungskette und der Treiber für die Profitabilität der einzelnen Stufen. Da sie eine Basis für zukunftsbezogene Entscheidungen bildet, sollte das gewonnene Verständnis der Treiber in einem weiteren Schritt genutzt werden, um zu einer Prognose der zukünftigen Gewinnentwicklung auf den einzelnen Stufen zu gelangen.

Fallbeispiel: Profit Pool in der Nutzfahrzeugbranche

Profit Pool

Autor: Achim Sztuka

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